Stimme der Seele

Es kommt auf den Blickwinkel an

Wenn sich die Uhr des Lebens unserer letzten Stunde nähert und der leere Platz auf das Weggehen eines Menschen weist – dann schließt sich der Kreis:

Das ENDE wird wieder zu einem neuen ANFANG und der ANFANG nähert sich wieder dem ENDE!

Mein persönlicher Blickwinkel …

… alle meine bisherigen Erfahrungen, alle Stolpersteine auf meinem Lebensweg, alle Chancen – genutzt oder ungenutzt – alle Orte und alle Menschen, die mich in meinem Leben begleitet haben und noch begleiten – teils über lange Weg-strecken, teils nur kurz – haben mich zur festen Überzeugung gebracht, dass nichts in meinem Leben sinnlos ist.
Auch keine Krankheit, kein Verlust …. ALLES HAT SEINEN SINN …. Erkennen und Annehmen vorausgesetzt!

Ich sage: DER SINN LIEGT IM LERNEN!
Ich wage zu behaupten: ICH HABE MIR MEIN LEBEN SELBST AUSGESUCHT!
Ich bin fest davon überzeugt: MEIN LEBEN BIETET MIR VIELE CHANCEN ZUM GLÜCKLICHSEIN!

ICH SELBST…

…bin der Baumeister meines eigenen Lebens!

Genau mit diesem Erkennen, dass ich mir mein Leben, meine Eltern, meine Geschwister, meine Lebensthemen, meine Lernfelder und all die anderen Bausteine meines Lebens vor meiner Geburt selbst ausgesucht habe – mit dem Ziel zu lernen, zu wachsen und mich weiterzuentwickeln – übernehme ich auch gleichzeitig die Verantwortung für mein Leben.
Ich weise niemandem (mehr) die Schuld zu, dass mein Leben nicht so sei, wie ich es gerne hätte. Ich stecke nicht mehr in der Opferrolle, wie ich es früher so gerne getan habe. Ich werde immer mehr zum Baumeister meines Daseins.

Diese Lebenseinstellung gibt mir die Kraft, mit Menschen zu arbeiten, sie zu begleiten – durch ihre Lebensthemen und im Augenblick ihres Todes. Ein schweres Schicksal eines Anderen läßt mich nicht (mehr) in Mitleid verfallen – das würde mich und ihn nur schwächen. Im Gegenteil: Ich erkenne in Menschen, die sich schwere Krankheiten oder harte Schicksalschläge für ihr Leben als Lernthemen ausgesucht haben, immer mehr ihre Kraft und Stärke.
Es ist IHR Lernen, das SIE sich ausgesucht haben.
Sie bekommen nicht mein Mitleid, aber sie besitzen voll und ganz mein Mitgefühl – eine gute Basis für die Begleitung.

Ob der Tod „Freund oder Feind“ ist, diese Frage stellt sich mir öfter. Sehr alte Menschen, die ich begleiten darf, für die ihr irdisches Dasein bereits mehr Mühe als Freude ist, sehen ihn, den Tod, als „Freund“. Wenn junge Menschen oder Kinder von uns gehen, wird er oftmals für die Angehörigen zum „Feind“ – der unfair handelt. Für mich ist er das Ende eines Lebens und der Übergang in eine andere Wahrnehmung. Er ist das Ende dieses Daseins und gleichzeitig die Geburt eines anderen Seins. Er ist Teil meines Lebens – auch ihn habe ich mir in seiner Art und Weise selbst erwählt.


Die tiefe Überzeugung von der Unsterblichkeit unserer Seelen, der Verbundenheit mit der Göttlichen Heimat und dem Sinn jedes Lebens gibt mir die Kraft, innere Ruhe und Freude, Menschen in Zeiten schwerer Krankheit oder am Ende ihres Daseins zu begleiten – ebenso wie ihre Angehörigen!
Ich möchte Mut machen – in Augenblicken des Lebens und in Augenblicken des Sterbens!